CLASSE MINI 6.50
GER 934 – LILIENTHAL

CLASSE MINI 6.50 – GER 934 – LILIENTHAL

Mit der GER 934, der „Lilienthal“, hat das Offshore Team Germany einen der schnellsten Mini-Portotypen gebaut und ein technologisches Ausrufezeichen gesetzt.

Anfang 2017 sind alle Zutaten für den Neubau komplett. Es soll der erste Monohull werden, der über längere Strecken fliegt.
Etienne Bertrand zeichnet dafür ein leichtes und schnelles Boot in konventioneller Verdrängerfahrt. Seine innovativen Mini-Designs „Mare“ und „GDF“ gehören zwischen 2008 und 2015 zu den schnellsten Designs der Klasse. Mit ihm zusammen berät und plant Martin Fischer, deutscher Ingenieur und seiner Zeit Head-Designer für das französische America’s Cup-Team, über die Vision des foilenden Minis. Umgesetzt werden soll das Projekt in der Werft Magic Yachts in Tunesien. Als leitenden Bootsbauer verpflichtete OTG den Franzosen Jean Pierre Gosswiller, einen sehr erfahrenen Karbon-Spezialisten, der just vom Team Oracle kam. In unglaublichen zehn Wochen wird der Proto-Rumpf, im ersten Schritt mit konventionellen Steckschwertern, fertiggestellt und nach Spanien geschifft.

Die Doublehand-Regatta „Mare Nostrum“ rund um die Balearen ist Jungfernfahrt und nötige Qualifikation für das Minitransat. Mit einem unerprobten Boot in eine Hochseeregatta zu starten, birgt Risiken. Doch die Wettervorhersage steht beständig bei Leichtwind, weshalb das Team sich für eine Teilnahme entscheidet.

Vier Tage später verbucht OTG den ersten Offshore Sieg.

Der Mini mit ausgeprägter Scow-Form des Buges und Schwenkkiel fährt folgend drei Mal aufs Podium und soll bei seiner Transatlantik-Premiere die 20-jährige Vorherrschaft der Franzosen angreifen. Nach etlichen Testmeilen wird entschieden, dass die Foil-Technik auf einem 6,50 Meter kurzem Boot unter Offshore-Bedingungen noch nicht sicher umzusetzen ist. Mit dem Rückbau der Schwertkassetten und einigen Modifikationen beweist „Lilienthal“ trotzdem enormes Potential und beendet das Minitransat 2017 mit Jörg Riechers auf dem 2. Platz.

Für OTG ist „Lilienthal“ trotzdem der erste Flugversuch – ein komplexes Projekt, das sportlich, technologisch und auch wirtschaftlich wichtige Orientierung für den IMOCA gibt.

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