VISION

Das Offshore Team Germany ist als deutscher Rennstall in unterschiedlichen Offshore-Klassen aktiv und deckt damit ein breites Spektrum des Hochseesegelns ab.
Zentrales Ziel ist die Teilnahme am The Ocean Race 2021/22.
Wir sehen es als Aufgabe, die Entwicklung des Offshore-Segelns in Deutschland zu gestalten und eine neue Generation von Seglern in die Spitze des Offshore- und Round the World-Racings zu führen.


Das nächste Kapitel

Seit den deutschen Erfolgen beim Admiral’s Cup in den 70er bis 90er Jahren und dem Sieg der „Illbruck“ beim Volvo Ocean Race 2001-02 besteht der Anspruch, wieder eine deutsche Weltklasse-Kampagne im Offshore-Segeln zu etablieren – sowohl sportlich als auch als Botschafter für Technologie, Engineering und Innovation „Made in Germany“.
Segeln „Made in Germany“ soll wieder zu einem internationalen Qualitätsmerkmal werden und Deutschland als Segeltechnologie-Standort stärken.

Segel-Geschichte – „Made in Germany“

Mit Enthusiasmus und legendären Leistungen eroberten deutsche Segler in den 70er bis 90er Jahren die internationale Offshore-Szene.

Im August 1973 geriet die alte Segelhierarchie ins Wanken – und stürzte schließlich in sich zusammen: „Wir können es noch gar nicht fassen“, rang Albert Büll, Eigner der Hochseeyacht Saudade, kurz nach Zieleinlauf des legendären Fastnet-Races bewegt um Worte.

Soeben hatte das deutsche National-Team erstmals den Admiral’s Cup gewonnen und damit Segelgeschichte geschrieben. Als krasse Außenseiter waren die drei Rennyachten „Rubin“, „Carina III“ und „Saudade“ mit ihren Besatzungen ins Rennen gegangen. Doch dann demoralisierten die Deutschen mit überragenden Leistungen die etablierte Konkurrenz.

Kaum fassbare 52 Punkte Vorsprung standen am Ende zu Buche. „Ein solcher Erfolg wurde nur von Utopisten für möglich gehalten“, jubelte das Fachmagazin Yacht im Hochgefühl des historischen Sieges.

Goldene Ära des deutschen Hochseesegelsports

Auftakt zu einer neuen Ära: In den 70er und 80er Jahren drückten deutsche Eigner und Segler der damals bedeutendsten Hochseesegelveranstaltung der Welt ihren Stempel auf. Viermal gewannen sie zwischen 1973 und 1993 die Nationenwertung des Admiral’s Cup und damit die inoffizielle Hochseesegel-WM. Galten die deutschen Segelasse Anfang der 70er Jahre noch als chancenlose Außenseiter, wurden sie später von den Buchmachern als Favorit gehandelt.

„Pinta“, „Saudade“, „Rubin“, „Diva“ – klangvolle Namen stehen für diese bislang erfolgreichste Ära des deutschen Hochseesports. Schon die Ausscheidungsregatten für das deutsche Team, an der ein Dutzend und mehr oft eigens für diesen Zweck gebauter Yachten teilnahmen, boten ein einzigartiges Spektakel, das auch von den Medien ausführlich begleitet wurde.

Kaufleute, Fabrikanten und Klinikchefs wie Hans-Otto Schümann, Willy Illbruck oder Hans-Hermann Lubinus waren die Motoren des Erfolgs. Neben etablierten Unternehmern fanden außerdem visionäre Gründer wie Michael Schmidt, der später mit seiner Hanse-Werft den Yachtmarkt revolutionieren sollte, hier ihre sportliche Bühne.

Auch Rolf Vrolijk, späterer Designer von America’s-Cup-Siegeryachten, verdiente sich seine Sporen im Admiral’s Cup. Segelasse wie die Olympioniken Uli Libor und Achim Griese sorgten für den notwendigen Speed.

Generation 2 triumphiert beim Rennen um die Welt

Ein neues Kapitel im deutschen Hochseesegelsport schlug 1993/94 der Bremer Tim Kröger auf, der als erster deutscher Profisegler am legendären Whitbread-Rennen um die Welt – dem Vorläufer des Volvo Ocean Race – teilnahm.

Der „Peter von Danzig“ war zuvor in der Erstauflage des Whitbread Round the World (1973-74) die erste deutsche Yacht bei dem Weltrennen. Es folgten die „Walross III“ (1981-82) und die „Schlüssel von Bremen“ (1989-90).

VOLVO OCEAN RACE 2001-02

„Der Gesamtsieg der Illbruck beim VOR 2001-02 ist das vielleicht wichtigste Kapitel in der deutschen Hochseesegel-Geschichte.“
FAZ 09.06.2002

Michael Illbruck: „Wir haben mit diesem Sieg gezeigt, dass solche Projekte auch von Deutschland aus erfolgreich gestartet werden können“, sagte der Unternehmer. „Wer die Begeisterung hier in Kiel gesehen hat und jetzt nicht kapiert, dass Segeln ein toller, publikumswirksamer Sport ist, der lebt hinter dem Mond.“ Illbruck würdigte den Triumph: „Für diesen Moment haben wir vier Jahre lang hart gearbeitet und damit auch eine Plattform geschaffen für weitere hochrangige Projekte im deutschen Hochseesegelsport.“ Abendblatt 10.06.2002

Die ganze Welt – das sollte auch das Spielfeld von Michael Illbruck sein. Der Sohn, der Admiral’s-Cup-Legende Willy Illbruck, wagte 2001 den großen Wurf, setzte auf Sieg und triumphierte: Mit einer perfekt vorbereiteten Kampagne gewann der Düsseldorfer mit der gleichnamigen Yacht das Volvo Ocean Race rund um den Globus. Beim Zieleinlauf in Kiel jubelten 300.000 Menschen am Ufer und auf Hunderten Booten der „Illbruck“ zu. An Bord als einziger Deutscher in einem internationalen Team: Der junge Bayer Tony Kolb, ein bärenstarker und furchtloser Allrounder, der mit seinen Fähigkeiten maßgeblich zum Erfolg der „Illbruck“ beitrug.

Bis heute ist Tony Kolb der einzige deutsche Segler geblieben, der das Volvo Ocean Race gewinnen konnte. Der Kieler Michael Müller – einer der wenigen Deutschen im Kreis der absoluten Offshore-Elite – nahm zweimal mit dem amerikanischen Puma-Team an dieser wohl härtesten und prestigeträchtigsten Hochsee-Regatta der Welt teil, blieb aber bis heute sieglos.

Right Menu Icon