GETRENNT SEGELN – GEMEINSAM SIEGEN!

Mit vier Siegen in den Kurzwettfahrten schwang sich die "Intermezzo"-Crew zum neuen Deutschen Meister im Seesegeln der ORC I+II auf. Foto: segel-bilder.de

Die 130. Travemünder Woche wurde zu einer Triumphfahrt für die Mitglieder des Offshore Team Germany – allerdings in ihren eigenen Projekten. Jens Kuphal, Robert Stanjek und Adrian Bleninger führten die Crew der „Intermezzo“ zu ihrem ersten deutschen Meistertitel auf der Seebahn (ORC I+II), und Phillip Kasüske war das souveränste Sieger der TW 2019 überhaupt. In sieben Rennen der Finns fuhr er sieben Siege ein.

Zum Auftakt der IDM Seesegeln musste die „Intermezzo“ trotz schnellster gesegeltet Zeit auf der Langstrecke noch mit Rang drei zufrieden sein. „Wir waren im flauen Wind ins Ziel eingelaufen, als die anderen Crews eine frische Brise bekamen und von hinten ranrauschten“, berichtete Jens Kuphal mit einem weinenden Auge vom Finale eines Rennens, das durch wechselnde Winde zwischen drei Knoten und einer Unwetterfront mit 40 Knoten bis in den Abend hinein geführt und für spannende Konstellationen gesorgt hatte.
Nach der Langstrecke drehte die „Intermezzo“-Crew aber auf. Bei den Up-and-Down-Kursen spielten die Windunterschiede nicht in die Wertung hinein. Und in vier Kurzwettfahrten gab es vier Siege. Damit stand der Gesamtsieg fest, wie sich schließlich herausstellte, denn die Mittelstrecke konnte mangels Wind in der Lübecker Bucht nicht mehr über die Bahn gebracht werden.
Die Freude und der Stolz über diesen Premierentitel waren riesengroß. „Vor sechs Jahren war ich vor Warnemünde das erste Mal bei einer Deutschen Seesegel-Meisterschaft am Start – damals noch ohne große Ambitionen und Erfolg. Dass es dann so schnell bis zum Titel geht, ist großartig“, freute sich Jens Kuphal. „Kalle Dehler war vor sechs Jahren Deutscher Meister, und er war jetzt einer der Ersten, der uns gratuliert hat. Wir haben in dieser Saison einen Riesensprung gemacht, haben uns von der Maior-Regatta über die Kieler Woche bis hierher über die Platzierungen 3 und 2 bis zum Sieg gesteigert.“ Grundlage war das sehr gut eingespielte Team und eine verbesserte Leistung auf den Vormwind-Kursen gewesen: „Wir segeln in dieser Saison mit der fast komplett gleichen Crew zusammen. Das vereinfacht die Kommunikation. Bei uns hat es während der IDM kein lautes Wort an Bord gegeben“, so Kuphal. „Es ist super, dass es jetzt auch Downwind für uns so gut gelaufen ist. Da haben wir unseren Rhythmus gefunden. Auf der Kreuz waren wir schon immer gut.“
Zwar sieht Jens Kuphal die Kampagnen der „Intermezzo“ in der ORC-Klasse und der „Einstein“ im Offshore Team Germany für das „The Ocean Race 2021/22“ unabhängig voneinander. „Aber dieser Sieg passt für uns natürlich super!“ Und der Regattaplan ist in den kommenden Wochen prall gefüllt. Der Imoca Open 60 startet am 3. August ins Fastnet Race, für die „Intermezzo“ steht die Europameisterschaft in Schweden auf dem Programm.
Für Phillip Kasüske hatte die Travemünder Woche nur den Charakter einer Trainingsregatta. Die internationale Konkurrenz fehlte, und die deutschen Gegner zur TW waren zwar durchaus erfahren, sind aber inzwischen nur noch hobbymäßig aktiv und damit nicht in dem Trainingszustand wie Kasüske. So war vor allem auf den Vormwindkursen der Geschwindigkeitsvorteil enorm und die jeweiligen Rennsiege standen in der Regel nach der ersten Runde fest. Trotzdem war der TW-Sieg eine schöne Bestätigung und die Vervollständigung des Doubles aus Siegen zur Kieler und Travemünder Woche.

 

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