Überführung macht Fortschritte

Die Überführung nach Itajaí macht für das GUYOT environnement – Team Europe gute Fortschritte. Nach dem Start am 16. März in Kapstadt/Südafrika erwartet die Überführungscrew mit Sébastien Simon, Phillip Kasüske, Jimmy le Baut, Clovis Gautier und Onboard-Reporter Charles Drapeau, am 29./30. März in Brasilien anzukommen und die Yacht dann fit für den Start zur vierten Etappe des The Ocean Race bereitzustellen. Am 23. April startet die Flotte der fünf Imocas von Itajaí auf die 5550 Seemeilen lange Etappe nach Newport/USA.

Trotz all der Enttäuschung, die dritte Etappe des The Ocean Race am 1. März nach der Delamination des Rumpfbodens abbrechen zu müssen, hat Skipper Benjamin Dutreux dennoch versucht, positive Ansätze zu finden: „Die Reparatur war ein echter Teambuilding-Job. Wir haben gesehen, was wir erreichen können. Das hat uns ein gutes Mindset für die Zukunft gegeben.“ Während er und Co-Skipper Robert Stanjek sowie Annie Lush nun die Überführung nutzen, um zuhause Kraft zu tanken, ist die Fahrt von Kapstadt nach Itajaí für Jimmy le Baut und Clovis Gautier aus dem Tech Team die Chance, um die Yacht im vollen Einsatz zu erleben.

„Das Leben ist ziemlich gut, wir sind glücklich auf dem Boot. Sébastien ist als Skipper dafür verantwortlich, uns die Wetterrouten zu geben, denen wir versuchen, bei jedem Wachwechsel zu folgen. Wir respektieren die Streckenführung, um am 29. März vor Mitternacht in Itajaí anzukommen. Das Leben an Bord ist reibungslos, das Boot funktioniert gut, der Boden des Rumpfes bewegt sich nicht mehr, was eine gute Nachricht ist, wenn man weiß, dass die Etappe deswegen abgebrochen werden musste. Alle Systeme funktionieren gut, wir haben keine Probleme mit dem Autopiloten, die Segel stehen gut und wir haben eher milde Bedingungen mit nicht mehr als 20 Knoten Wind. Wir sind derzeit unter J0 mit Großsegel unterwegs und alles läuft gut. Wir wechseln uns manchmal mit J2 ab, aber es ist ziemlich ruhig“, berichtet Jimmy Le Baut.

Für Clovis Gautier ist die Atlantiküberquerung eine nicht erwartete Gelegenheit, seine Segelerfahrung zu erweitern: „Das ist eine Chance, die ich mir nicht entgehen lassen konnte. Ich denke, wenn ich dazu ‚Nein‘ gesagt hätte, hätte ich das mein ganzes Leben lang bereut. Vorher war ich nur für Stunden auf dem Boot. Das ist wirklich ein großer Schritt für mich. Es ist aufregend zu sehen, wie alles funktioniert, wie die Crew arbeitet, wie das Leben an Bord ist. Dieses Wissen wird die Zusammenarbeit in Zukunft noch einfacher machen.“

Neben der konzentrierten Arbeit an Bord hat die Crew bei der Überführung auch die Möglichkeit, ein paar freie Stunden im Südatlantik zu genießen. „Wir fahren bei der Überführung ein ähnliches Wachsystem wie im Rennen. Allerdings sind jetzt alle fünf Crew-Mitglieder einbezogen – auch der Onboard-Reporter. Das gibt uns die Möglichkeit, alle 24 Stunden jemanden in einen freien Tag zu schicken. Die anderen vier haben dann jeweils drei Stunden Wache und drei Stunden frei. Meinen ersten freien Tag habe ich zum Ausschlafen genutzt. Ich habe fast 16 Stunden geschlafen. Ich war vorher ziemlich kaputt, denn ich bin nach meiner Ankunft in Kapstadt gleich in das Wachsystem gewechselt. Aber jetzt bin ich gut erholt und freue mich auf meinen nächsten freien Tag.“

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